- 63 % der österreichischen Betriebe melden sinkende Ausgaben pro Gast im Haus.
- Gespart wird zuerst im Restaurant, im Wellnessbereich und bei Upgrades.
- Zusatzumsatz wird vor der Anreise verkauft – nicht erst an der Bar.
Die Zahlen
Laut Tourismusbarometer 2026 von Deloitte und ÖHV melden 63 % der Betriebe, dass Gäste im Haus weniger ausgeben. 86 % nennen die Gastronomie als den Bereich, in dem Gäste am stärksten sparen. Danach kommen Wellness und Upgrades.
Gäste sparen nicht am Urlaub.
Sie sparen im Urlaub.
Das heißt: Das Zimmer wird gebucht, über alles andere entscheidet der Gast vor Ort – und oft dagegen. Wer Zusatzumsatz will, muss ihn früher und einfacher anbieten.
Sechs Hebel
1. Vor der Anreise verkaufen
Eine Mail fünf bis sieben Tage vor der Anreise: Tisch am ersten Abend, Spa-Termin, Frühstück, Parkplatz. Wer vorher reserviert hat, kommt auch. Wer erst vor Ort überlegt, geht oft ins Gasthaus nebenan.
2. Pakete statt Einzelpreise
Abendessen, Glas Wein und Spa-Zeit als ein Angebot. Eine Entscheidung statt drei – und der Gast hat das Gefühl, ein gutes Paket zu bekommen.
3. Wissen, wie viele Hausgäste im Restaurant essen
Wie viele deiner Hausgäste essen abends bei dir? Diese eine Zahl sagt mehr als der Restaurantumsatz. Sinkt sie, liegt es an Preis, Karte oder Öffnungszeiten – und das lässt sich prüfen.
4. Ruhige Zeiten füllen
Der Spa ist am Nachmittag leer, das Restaurant unter der Woche halb voll. Mach Angebote genau für diese Zeiten, statt den ganzen Tag gleich zu bepreisen.
5. Upgrade beim Check-in anbieten
Ein besseres Zimmer, das heute Nacht leer bleibt, bringt nichts. Zum kleinen Aufpreis beim Check-in angeboten, bringt es Umsatz – und einen Gast, der sich besonders behandelt fühlt.
6. In Deutschland: die 7 % auf Speisen nutzen
Seit Januar 2026 gilt in der deutschen Gastronomie dauerhaft 7 % Mehrwertsteuer auf Speisen. Rechne nach, was davon bei dir geblieben ist – und entscheide bewusst: günstigere Preise, bessere Qualität oder mehr Marge.
Messen statt vermuten
Schau jeden Monat auf den Zusatzumsatz pro belegtem Zimmer. Und nach jeder Maßnahme vier Wochen später noch einmal. Aber Vorsicht: War das Haus voller oder war Ferienzeit, sieht jede Maßnahme gut aus. Vergleich deshalb immer mit ähnlichen Wochen.

