- Über die Hälfte der Hotels nutzt KI – aber weniger als 10 % sparen damit spürbar Arbeit.
- Der Grund: Die Daten liegen verstreut in vielen Programmen, und es fehlen klare Regeln.
- KI bringt erst etwas, wenn sie Ihre eigenen Zahlen kennt und weiß, was sie darf.
Die Zahlen
Laut einer Studie des Softwareanbieters Mews mit über 500 Unterkünften haben 98 % der Hotels in den letzten sechs Monaten KI genutzt – vor allem für Übersetzungen, Preise, Datenauswertung und Bewertungen. 41 % haben aber keine Regeln dafür.
Die Studie „State of Distribution 2026“ zeigt die andere Seite: Über die Hälfte der Hotels nutzt generative KI, aber weniger als 10 % haben damit mehr als 30 % Handarbeit eingespart. Gleichzeitig verbringen über 80 % der Vertriebsteams ein bis zwei Tage pro Woche damit, Berichte von Hand zu bauen.
Und die Hotrec-Studie kommt auf nur 26 % der europäischen Hotels, die KI-Anwendungen aktiv einsetzen. Wie passt das zusammen? Es kommt darauf an, was man zählt: Einen Text mit ChatGPT schreiben ist KI. KI, die im Betrieb mitarbeitet, ist etwas anderes.
KI ist so gut wie die Daten, die sie sieht.
In den meisten Hotels sieht sie fast nichts.
Warum KI im Hotel oft nichts bringt
ChatGPT kennt Ihr Hotel nicht. Ohne Zugriff auf PMS, Kasse und Dienstplan gibt eine KI allgemeine Antworten. Die klingen gut, helfen aber nicht bei der Frage, warum der März schlechter war.
Jedes Programm hat seine eigene KI. Das PMS hat eine, der Channel Manager auch, das Bewertungstool sowieso. Keine sieht das Ganze. Die Studie nennt genau das als Hauptgrund: verstreute Systeme, uneinheitliche Daten, fehlende Regeln.
Niemand hat festgelegt, was die KI darf. Darf sie einem Gast antworten? Einen Preis ändern? Ein Zimmer reservieren? Ohne Regeln traut man ihr nichts zu – und nutzt sie nur für Texte.
Vier Schritte, damit sich KI rechnet
1. Mit einer Frage starten, nicht mit einem Programm
„Warum ist unser Gewinn im März gesunken, obwohl wir voll waren?“ Das ist ein guter Anfang. „Wir brauchen auch KI“ ist keiner.
2. Die Daten zusammenbringen
Eine KI, die Belegung, Kasse und Dienstplan gleichzeitig sieht, findet Zusammenhänge, die in keinem einzelnen Programm stehen.
3. Regeln festlegen
Wer sieht was, was darf die KI selbst, was nur nach Freigabe? Laut Mews vertrauen Hotels mit klaren Regeln der KI deutlich mehr: 92 % gegenüber 49 % ohne Regeln.
4. Nachmessen
Nach vier Wochen fragen: Hat es Zeit gespart? Hat es Geld gebracht? Wenn nicht, weglassen.
Was KI nicht ersetzt
Den Gastgeber. 59 % der Hoteliers finden laut Mews, dass Check-in und Begrüßung an die Rezeption gehören. Das sehen wir genauso. KI soll Ihrem Team die Arbeit hinter den Kulissen abnehmen – damit mehr Zeit für den Gast bleibt.

